Blumenzwiebelzucht Allgemein wird angenommen, dass Blumenzwiebeln überwiegend in der Gegend von Hillegom und Lisse gezüchtet werden, kurz die 'Zwiebelregion' genannt. Weniger bekannt ist, dass sich das größte Areal für die Blumenzwiebelzucht in Nordholland befindet, und ganz selten weiß man, dass sie auch auf Texel in großem Maßstab gezüchtet werden. Die Geburtsstunde der texelschen Blumenzwiebelzucht war ca. 1900, als der damalige Notar von Texel versuchsweise und in bescheidenem Umfang damit begann, Blumenzwiebeln zu züchten. Das Experiment ergab, dass sich der texelsche Boden und das Klima in idealer Weise für die Züchtung von Narzissen eigneten. Auch dem Angestellten des Notars entging nicht, dass mit der Blumenzwiebelzucht viel Geld zu verdienen war. Eines Tages verließ er die Kanzlei, um sich ganz der Blumenzwiebelzucht zu widmen. Ein Viehhändler, der zu jener Zeit regelmäßig den Viehmarkt von Leiden besuchte, hörte dort allerlei Dinge über die Möglichkeiten der Blumenzwiebelzucht. Auch er beschloss, das Risiko zu wagen. Bereits schnell folgte eine kleine Gruppe Inselbewohner seinem Vorbild, sie legten damit die Grundlage für die texelsche Blumenzwiebelzucht. Da der Wasserhaushalt im Hinblick auf die Blumenzwiebelzucht damals noch einiges zu wünschen übrig ließ, war man zunächst auf die höher gelegenen Sandböden, das Gebiet entlang der Dünen, angewiesen. Durch eine bessere Kontrolle des Wasserstandes, u.a. durch Entwässerung, konnte die Zucht auch auf tiefer gelegenen Böden betrieben werden. Die Flurbereinigung bedeutete eine weitere Verbesserung, so dass sich noch mehr Parzellen für die Blumenzwiebelzucht eigneten. Dies war vor allem deswegen so wichtig, weil viele Parzellen entlang der Dünen zum Erholungsgebiet erklärt worden waren. Wo früher in großem Maßstab u.a. Narzissen und Tulpen gezüchtet wurden, befinden sich heute Bungalowparks und Campingplätze. In den Jahren der Wirtschaftskrise machte auch die Blumenzwiebelzucht schwierige Zeiten durch. Die bis dahin nicht durch Vorschriften regulierte Zucht wurde einer Reihe von einschränkenden Maßnahmen unterworfen von denen die Landwirtschaftsreform zu den einschneidenden gehörte. Sie beinhaltete die Verpflichtung eines jeden Blumenzwiebelzüchters, die Hälfte seiner bepflanzten Felder abzugeben. Die Blumenzwiebeln dieser Anbauflächen wurden vernichtet, für den verbliebenen Teil bekamen sie eine Zuchtgenehmigung. Das gesamte Areal wurde auf diese Weise um die Hälfte verringert; einigen Zuchtbetrieben gab das den Gnadenstoß. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Blumenzwiebelzucht durchweg günstig entwickelt. Innerhalb gewisser Grenzen breitete sich das Areal ständig weiter aus auch auf Texel. 1987 wurden 450 Hektar Anbaufläche für die Zucht von Blumenzwiebeln genutzt. Im Vergleich zu 1981 war das eine Ausbreitung von 50%. Da sich die meisten Böden auf Texel für vielerlei Pflanzen eignen, könnte das Areal für die Blumenzwiebelzucht noch weiter zunehmen. Bei den Exporteuren sind die texelschen Blumenzwiebeln besondere wegen ihrer hoher Qualität beliebt. Diese Qualität wird durch harte Arbeit und Sachverstand erreicht. In der Blumenzwiebelzucht dreht sich alles um die höchstmögliche Produktion von Zwiebeln. Da Blüten das Wachstum der Zwiebel behindern, müssen sie so schnell wie möglich entfernt werden; eine zeitraubende Tätigkeit, die in der Fachsprache ,köpfen' genannt wird. Gegenwärtig wird diese Technik bei der Narzissenzüchtung nicht mehr so häufig angewandt, weil man sich ausgerechnet hat, daß der Mehrertrag der qualitativ kaum besseren Zwiebel die höheren Arbeitskosten für das Köpfen nicht aufwiegt. Tulpen werden schon noch geköpft, doch das geschieht heutzutage meistens maschinell.     Quelle: "Texel - Bild einer Insel"     Herausgegeben vom VVV Texel   Der Ackerbau auf der Insel Texel Die Viehzucht auf der Insel Texel Die Fischerei auf der Insel Texel Die Blumen auf der Insel Texel Die Produkte auf der Insel Texel Die Blumen auf der Insel Texel