Fischerei
Texel ist die einzige niederländische Wattenmeerinsel mit einer eigenen Fischereiflotte, die zudem eine der
modernsten des Landes ist.
Zur texelschen Fischereiflotte, die seit den sechziger Jahren in raschem Tempo ausgebaut wurde, zählen heute
mehrere Garnelenkutter, die nur auf dem Wattenmeer fischen und ca. 35 Nordseekutter.
Bis vor kurzem war ein Nordseekutter mit einer Motorleistung von 300 PS ein rentables Schiff. Wirtschaftliche
Umstände machten jedoch drastische Veränderungen erforderlich.
Die Schiffe wurden größer, die Motoren stärker. Kutter mit einer Motorleistung von 2000 PS sind heute keine
Ausnahme mehr. Wer Mitte der sechziger Jahre seine Flotte ausbauen wollte, konnte für 500.000 Gulden ein
ansehnliches Schiff erwerben. Gegenwärtig benötigt man für die Gründung eines rentablen Unternehmens ein
Kapital von mehr als sechs Millionen Gulden.
Die Veränderungen in der Flotte beschränkten sich nicht nur auf die Größe der Schiffe und die Steigerung der Motorleistung, es gab auch immer mehr
Instrumente, z.B. zur Navigation und Ortung. Mit ihnen muss ein Fischer umzugehen verstehen, will er seinen Beruf optimal ausüben.
Der Maschinenraum, wo sich der Motor und die elektrische Schaltzentrale befinden, erfordert eine fachkundige Mannschaft.
Es dürfte einleuchtend sein, dass durch all diese Veränderungen höhere Ansprüche an den Schiffer und sein Personal gestellt werden und eine gute
Ausbildung unentbehrlich ist.
Die wichtigsten Fischarten, die mit Hilfe von Bodenschleppnetzen gefangen werden, sind die beiden Plattfischarten Seezunge und -Scholle. Um ein
gutes Management des Fischbestandes zu gewährleisten, hat die Regierung Quotienmaßnahmen ergriffen, was zu
einem gespannten Verhältnis zwischen Fischfangkapazität und Fischereirechten geführt hat. Auch für den Fang von Rundfischarten wie Kabeljau,
Wittling und Hering gelten einschränkende Maßnahmen. Das Fangen von Rundfisch anstelle von Plattfisch ist für einen Fischer also keine Lösung.
Der gefangene Fisch wird auf einer der Fischereiversteigerungen entlang der Küste angeboten. Früher wurde der Fisch in Oudeschild selbst
verauktioniert, heute jedoch bringen die texelschen Kutter ihren Fang in der Regel zur genossenschaftlichen Fischversteigerung in Den Helder. Dort
wird der Fisch ,im Abschlag verauktioniert, d.h. es wird mit einem hohen Angebotspreis begonnen, und der Käufer stoppt die Versteigerungsuhr in dem
Moment, da er meint, der angezeigte Preis sei günstig. Die Versteigerungen werden deshalb auch 'Fischabschlag' genannt.
Um Betriebsmittel gemeinschaftlich einkaufen zu können, haben die texelschen Fischer die Einkaufsgenossenschaft CIV gegründet.
Die Büros der CIVstehen auf dem Hafengelände von Oudeschild. Hinter dem Deich befinden sich mehrere Tanks mit den
Dieselölvorräten der Genossenschaft.
Quelle: "Texel - Bild einer Insel"
Herausgegeben vom VVV Texel.