De Slufter und De Muy
Um das Jahr 1300 bestand Texel nur aus den bereits genannten höher gelegenen Lehmhügeln im
alten Teil der Insel. Diese Erhebungen waren häufig voneinander abgeschnitten und zum Teil von
Wasserläufen durchzogen, während die tiefer gelegenen Flächen noch regelmäßig
überschwemmt wurden. Unabhängig davon lag im Norden von Texel die kleine Insel Eijerland.
Im 14. bis 16. Jahrhundert erfolgten auf Texel zahlreiche Einpolderungen. Die bedeutendste war
Waal en Burg, ein Gebiet zwischen Den Burg, De Koog und De Waal, das 1436 mit einem Deich
umgeben, 1532 überflutet und 1617 erneut eingedeicht wurde. Diese Eindeichung hatte deshalb
so große Bedeutung, weil dadurch ein enormer Priel abgeschnitten wurde und das Meer nicht
länger ungehindert in westöstlicher Richtung strömen konnte. Wahrscheinlich befürchtete man
weitere Durchbrüche, denn in den Jahren 1629/30 wurde auf Befehl der Staaten von Holland eine
Deichverbindung zwischen den Dünen bei De Koog und der Insel Eijerland hergestellt. Der Bau
des Sanddeiches stellte aufgrund der damaligen technischen Möglichkeiten kein großes
Problem dar, zumal die einstige Meerenge schon erheblich versandet war.
Durch heranwehenden Sand, der mit Hilfe von Strandhafer-Anpflanzungen eingefangen wurde,
entstanden auf der seewärtigen Seite des Deiches neue Dünen und Priele. Dadurch war es möglich, auf der Westseite neue Sanddeiche anzulegen. Um
das Jahr 1850 wird es entlang der heutigen Küstenlinie eine geschlossene Dünenkette gegeben haben.
1851 wurde diese Dünenreihe während eines sehr schweren Sturms an drei Stellen durchbrochen, und zwar bei De Muy, dem kleinen Slufter und dem
großen Slufter (südlich des Krimweges). 1878 wurde der Durchbruch bei De Muy wieder geschlossen. Der große Slufter verlandete wohingegen es den
kleinen Slufter auch heute noch gibt. Damals gelang es nicht diesen zu schließen. Inzwischen ist man sich jedoch der Bedeutung dieses Gebietes
bewußt geworden und kann von Abdämmung keine Rede mehr sein.
Der Slufter ist ein idealer Lebensraum für viele Vögel, doch auch die Vegetation macht ihn zu einem faszinierenden Gebiet. Da es regelmäßig von
salzigem Seewasser überschwemmt wird kommt dort sehr viel Strandflieder vor. Diese Pflanze sorgt dafür, dass die Ebene im Juli/August größtenteils
lila gefärbt ist. Weitere Pflanzen die im Slufter vorkommen sind vor allem der Andel und die etwas weniger zahlreiche Grasnelke.
Am Dünensee von De Muy werden regelmäßig Löffelreiher und Fischreiher wahrgenommen. Doch kommen hier und im umliegenden Gebiet auch noch
verschiedene andere Vogelarten vor.
Quelle: "Texel Bild einer Insel
Herausgegeben vom VVV Texel.