Texelsche Erzeugnisse
Auf Texel werden verschiedene typisch texelsche Erzeugnisse produziert. Die Produzenten und verarbeitenden Betriebe dieser Erzeugnisse haben
sich in der Vereinigung ,Texelse Produkten Promotie' zusammengeschlossen, die auf vielfältige Weise die Aufmerksamkeit auf diese Spezialitäten zu
lenken versucht. Daneben gibt es eine Stiftung, die neuen Produzenten Anreize bietet und mit Rat zur Seite steht.
Das texelsche Lammfleisch ist bis weit über die Landesgrenzen berühmt. Das besondere an diesem Lammfleisch ist der pré-salé-Geschmack
(vorgesalzen), der sich dadurch ergibt, daß die Tiere auf Weiden grasen, die dem salzigen Seewind ausgesetzt sind. Das Sortiment an texelschem
Lammfleisch, das auf der Insel serviert wird, besteht außer der traditionellen Lammkeule, dem Lammrücken und -filet aus geräuchertem und
gekochtem Lammschinken, Lammwurst und -Paté.
Die Schafwolle wird u.a. für die Herstellung von Bettdecken verwendet. Die Texelaner benutzen bereits seit Jahrhunderten Schafwolle, um sich gegen
Kälte zu schützen. Sie nähten Wollstreifen in ihre Kleidung und Decken und entdeckten auf diese Weise die Heilkraft der Wolle gegen beispielsweise
Muskelschmerz und Rheuma. Die Wolle, die man für die Decken verwendet, wird auf spezielle Weise gereinigt, so dass die von Natur aus
vorhandenen Stoffe, z.B. Lanolin, weitestgehend erhalten bleiben.
Die Felle der texelschen Schafe werden in einem Pelzatelier in Den Burg zu exklusiven Kleidungsstücken verarbeitet. Lammfell ist sehr stark und hat
den Vorteil, daß man die Tiere nicht speziell für diesen Zweck schlachten muß. Bevor die Felle verarbeitet werden, müssen sie jedoch auf spezielle
Weise präpariert und geschoren werden.
Auf verschiedenen Bauernhöfen wird Milch zu Molkereiprodukten verarbeitet. Es gibt einen Bauernhof, der texelschen Bauern- und Schafskäse
herstellt, und einen biologisch-dynamischen Hof, der ein reichhaltiges Sortiment an Molkereiprodukten hat: u.a. Käse, Quark und Joghurt.
Texel kennt ein reichhaltiges Sortiment an einheimischen Kräuterbittern und anderen Getränken. Das bekannteste dürfte das ,Juttertje' sein, aber die
schönste Geschichte gehört zum ,Kees Boontje'. Kees Boon, ein Strandräuber, der von 1880 bis 1941 in Den Hoorn lebte, zog während eines heftigen
Sturms zum Strand, um angespültes Strandgut zu sammeln. Das erste, was er sah, war ein gestrandeter schwedischer Ertrinkender. Kees Boon nahm
ihn mit zu sich nach Hause und verpflegte ihn, bis er wieder stark genug war, um in seine Heimat zurückzukehren. Der Schwede hatte ein Getränk bei
sich, das Kees Boon besonders gut schmeckte. Als Dank für die gute Verpflegung bekam er von diesem die Rezeptur des Getränks. Der Kräuterbitter
wurde später beim ortsansässigen Wirt ausgeschenkt und ehorchte bereits schnell dem Namen 'Kees Bontje'.
Texelaner sind bekannt für ihre Vorliebe für kleine Kuchen. Es ist denn auch nicht verwunderlich, dass man auf Texel verschiedene Gebäcksorten
kaufen kann. Zu der Zeit, als die Verbindung mit dem Festland nicht so problemlos war wie heute, ging es darum, mit den zur Verfügung stehenden
Zutaten einen leckeren Teig herzustellen.
Von den auf diese Weise entstandenen Sorten werden auch heute noch viele hergestellt, z.B. Pfefferkuchen, ,blauer Kuchen' und Lebkuchen. Später
stellte man edleres Gebäck her, wie etwa Spekulatius und Hoornderring, der mit Mandelmasse gefüllt ist.
Eine Insel verfügt natürlich auch über Fischspezialitäten Insbesondere in Oudeschild ist ein reichhaltiges Sortiment erhältlich.
Schließlich kann man auf Texel auch Schafmilchseife und - Badeschaum kaufen. Diese Seife ist speziell für die empfindliche Haut geeignet und
enthält außer der Milch auch pflanzliche Fette und Duftstoffe.
Quelle: "Texel - Bild einer Insel"
Herausgegeben vom VVV Texel.